Dieser edle Stein ist einer von den zwölf Steinen im Brustschild des Hohen Priesters (2 Mos 28,17). Er steht dort an zweiter Stelle.
Hildegards Steinbuch hält eine andere Reihenfolge ein, wobei die Steine Nummer eins bis dreizehn in ihrer Natur je einer bestimmten Tageszeit "angeboren" festhalten. Bei dieser Aufzählung bekommt der Topas die Nummer acht.

"Er wächst im Sonnenbrand um die neunte Tagesstunde (ca. 15 Uhr), und zwar kurz vor der 9. Stunde. Die Sonne ist von der Hitze des Tages und infolge wechselnder Luftströmungen dann am allerreinsten und warm. Seine Farbe ähnelt mehr dem Golde als dem Gelb" Hildegard meint hier den Goldtopas. Daher wird er in Hildegardkreisen auch als Goldtopas bezeichnet. In der Fachsprache ist es der Edeltopas. Es gibt den Edeltopas auch in anderen Farben: wasserhell, rot, grün und blau. Wer sich eng an den Hildegard-Text halten will, nimmt einen goldfarbenen Topas für Heilzwecke.

Echt soll er sein, denn es gibt auch Nachahmungen durch Brennen von Amethysten. Der echte Topas ist sehr hart und von hoher Leuchtkraft. Manche meinen, dass man für die Medizin nur geschliffene Steine verwenden soll. Hildegard schreibt nichts davon!

Beim hildegardischen Gebet mit dem goldgelben Topas-Stein habe ich die erste Original-Übersetzung von Dr. med. Hertzka gewählt. Mit dieser ungekürzten Fassung erhält das Gebet eine tiefere Intensität.

Allmorgendlich lege diesen Topas-Stein über dein Herz und sprich:

"Gott, welcher über allem und in allem verherrlicht ist,
verwerfe mich nicht bei all seiner hohen Ehre,
sondern erhalte mich, stärke mich
und gründe mich auf (seinem) Segen".

"Sooft du das machen wirst, meidet dich das Böse, denn dieser überaus starke Stein hat von Gott die Kraft, dass er (drohende) Schande vom Menschen weichen lässt, weil er beim Zurückweichen der (Mittags) Sonne wächst."

Der Einsatz des Topas-Weines zur Augenbehandlung nach Hildegard von Bingen

Unter Verdunkelung der Augen (caligare) werden bei Hildegard verschiedene Sehstörungen beschrieben. Bei diabetischer Retinopathie hat dieses Mittel auffallend gute Wirkung gezeigt. Eine Caligo-Form ist sicher der Graue Star vor allem dann, wenn, wie hier, beide Augen betroffen sind. Vielleicht erklärt uns ein Zusatz der guten Wolfenbütteler Handschrift Einiges:

"Denn die Wärme und die Kraft dieses Steines, zusammengebracht mit ausgleichender Wärme und Stärke des Weines,
verscheucht die pravos humores der sich verdunkelnden Augen"

Verdorbene Säfte bedeuten bei Hildegard gestörte Hormone, was bei der Starbildung ursächlich mitspielen kann.

Es spricht für sich, zu der folgenden Anwendung reinen, milden Bio-Wein zu benutzen!
Zu Hildegard-Zeiten gab es wahrscheinlich nur Bio-Wein.

"Wenn es Jemandem in den Augen dunkel wird, so lege einen Topas drei Tage und Nächte hindurch in reinen Wein. Zur Nacht, wenn er dann schlafen geht, bestreiche er mit dem triefenden Topas seine Augen so, daß jene Flüssigkeit auch innen die Augen ein wenig erreiche. Nach dem Herausnehmen des Steines kann er diesen Wein fünf Tage lang benützen.
So oft er nachher zur Nacht seine Augen bestreichen will, tauche er diesen Stein (wieder) in den beschriebenen Wein und mit dem wieder triefenden, feuchten umstreiche er, wie vorher erwähn, die Augen.
Das soll er oft machen. Alle fünf Tage muß er den Wein mit dem Topas wieder erneuern. Das macht die Augen klar wie das beste Augenmittel."

auszugsweise aus dem Buch

"Das Wunder der Hildegard Medizin"
                             Dr. med Hertzka

 

 

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wünscht Ihnen unser Edelstein-Team